Die Geschichte…

…2009 zog unser erster Hund, Irish Terrier Rüde Groovy, als neues Familienmitglied bei uns ein. Ein kompliziertes, sehr sensibles, dabei aber sehr liebenswertes Tier mit einer ordentlichen Portion Jagdpassion. Schnell war klar:

Der Hund braucht einen Job, bei dem Nase und Kopf zum Einsatz kommen.

Ich wühlte mich durch das WWW, auf der Suche nach einer geeigneten und spannenden Beschäftigung für ihn und mich. Dabei zog mich diese eine Disziplin der Nasenarbeit magisch an: Mantrailing.

Viele Anbieter gab es zu dieser Zeit noch nicht in der Region Hannover. Ich konzentrierte mich daher zunächst auf den Grundgehorsam und den Hundeführerschein in einer Hundeschule.

Ungefähr 2 Jahre später, wir hatten die Prüfung zum Hundeführerschein geschafft, blitzte meine Idee vom Mantrailing wieder auf und ließ mich nicht mehr los! Noch immer gab es kaum Anbieter in unserer Region. Ein Anbieter in NRW zog schon damals meine Aufmerksamkeit auf sich: Mantrailing24. Mist! Viel zu weit weg, dachte ich und stöberte weiter.

Ich fand zunächst eine Hundeschule in Hannover, die diesen Sport anbot. Es machte Groovy und mir großen Spaß hinter Menschen her zu jagen, aber viel mehr passierte irgendwie auch nicht. Alle Teilnehmer führten ihre Hunde während des Trainings mit, purer Stress für den einen oder anderen. Kurz probiert entsprach es nicht meiner Vorstellung von dem, was ich über Mantrailing gelesen hatte…

Meine Suche führte mich dann 2011 in eine private Mantrailing-Gruppe, in der es schon deutlich mehr um das Mantrailing ging, welches meiner Vorstellung entsprach. Die Teams arbeiteten einzeln, nacheinander. Die Hunde sahen nur noch zu Beginn die Versteckperson weggehen, es wurde schon auf ein gewisses Leinenhandling geachtet und es gab eine Entwicklung der einzelnen Teams.

Allerdings funktionierte der dortige Ansatz nur mit Hunden, die aufgrund ihrer Rasse, extrem intrinsisch motiviert waren. Das Gelände war für Anfänger viel zu schwer, die Übungen oft nicht den Bedürfnissen und dem Wissensstand angepasst, keine Geduld, Stresszeichen wurden nicht beachtet, oder es gab keine Idee, wie man den Stress vermeiden kann…. Funktionierte das übliche Schema nicht, gab es keine Alternative. Ein Satz von damals hat mich und meinen späteren Weg geprägt:

„Deinen Hund kann man auf diese Weise nicht ausbilden!“

Im nachhinein betrachtet stimmte das, aber das lag nicht an meinem Hund! Die Folge; eine chronische Überforderung von Hund und Hundeführer. Angst vor dem nächsten Training entstand, was ein Lernen unmöglich machte!

Diese Erkenntnis hatte ich leider erst später, da ich als Ersthundebesitzerin lange auf das Wissen der Ausbilderin vertraute. Viel zu spät, nämlich als mein eigener, wahnsinnig geliebter Hund kaum noch zu motivieren war. Er brach ein und verweigerte die Arbeit.

In der Zwischenzeit zog (aus tragischen Gründen) ein weiteres, haariges Familienmitglied bei uns ein: Irish Terrier Hündin Hermine. Mit ebenso großer Jagdpassion, charakterlich noch komplizierter und deutlich wilder als Groovy! Mit ihr begann mein Mann Mano, in der selben Gruppe zu arbeiten.

Mit eigenen Ideen, etwa einen Sichtreiz mit einzubauen, oder weitere Geruchsartikel auf dem Trail auszulegen, begannen mein Mann, eine sehr gute Freundin aus der Truppe und ich Groovy wieder aufzubauen. In winzig kleinen Schrittchen fand er wieder Freude daran! Mano mit Hermine trainierten wir zwar in der Gruppe, aber nur noch mit unseren eigenen Ideen, da auch bei den beiden bereits die ersten Stressprobleme aufgetaucht waren.

Da wurden wir noch belächelt und abgestempelt mit dem Satz:

„Ihr glaubt ja wohl nicht, dass DAS irgendetwas mit Ausbildung zu tun hat!“

Es entstanden stetig mehr Spannungen in der Gruppe, bis sie Ende 2013 zerbrach. Das war’s,aus und vorbei, dachten wir zunächst.

Und genau hier beginnt die Geschichte der Findefüchse:

Zu dritt, einfach um etwas mit unseren Hunden zu machen und weil wir Freude an unserem Hobby hatten machten wir weiter, ohne Leistungsdruck, mit viel Kreativität und Geduld….und es lief tatsächlich ganz gut. 2014 kamen wieder neue Teams dazu und es kam schnell eine sehr harmonische und sehr motivierte Truppe zusammen. Wir hatten ebenso viel Freude, wie unsere Hunde und machten Fortschritte, alles passte und so nannten wir uns offiziell MantrailingTeam Findefüchse.

Um unserer Zusammengehörigkeit ein Gesicht zu geben, baten wir unseren lieben Trail-Kollegen und Freund Bernd, der ein Händchen für perfektes Design hat, um die Erstellung eines passenden Logos…seit dem ist der freundliche Fuchs mit der Menschenspur unser Markenzeichen.

Um weiter zu kommen, das sahen wir alle so, fehlte uns allerdings jemand mit Erfahrung, jemand der unseren Fortschritt überprüft und begleitet, ein Ausbilder der uns unterstützt. Ich machte mich also wieder auf die Suche und stieß erneut auf die Webseite von Mantrailing24.

Kurz überlegt, und mit der Gruppe beschlossen, buchten wir unseren ersten Workshop, der im November 2014 in Hannover statt fand. Ein Glücksfall, nein ich glaube tatsächlich Schicksal! Wir waren restlos begeistert, von der fantastischen Arbeit von Marcel und Ursula Maierhofer, den beiden NBAS Instruktoren und Geschäftsführern von Mantrailing24.

Da war auf einmal diese Struktur, nach der ich mich in der Mantrailing-Ausbildung sehnte. Ein funktionierendes System, Kreativität und vor allem der Blick auf Hund und Hundeführer gleichermaßen. Übungen, die an die Bedürfnisse angepasst wurden. Eine perfekte Mischung aus Fördern, Motivieren und Fordern. Kein Glücksspiel, sondern geplante Ausbildung. Zielgerichtet, einfach hoch- professionell.

Es war genau das, was ich suchte und was ich wollte! Für alle Teams, mit denen ich zusammen arbeitete! Und wie es das Schicksal so wollte, boten Marcel und Ursula ab Januar 2015 die Trainerausbildung in NRW an.

Am gleichen Abend viel die Entscheidung …ich begann im Januar 2015 die professionelle Ausbildung zur Mantrailing-Trainerin in NRW.

Mein größter Kindheitstraum wurde wahr: Mit Hunden und Menschen arbeiten zu dürfen!

Je mehr ich während der einjährigen Ausbildung, die mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung endete, lernte, um so klarer wurde mir, was Groovy und ich gebraucht hätten, um zu einem selbstbewusstem und kreativem Team zu werden. Leider haben wir unsere erlernten Unsicherheiten zusammen nie wieder richtig ablegen können!

Dieses Erkenntnis begleitet und motiviert mich auch heute noch. Die Ausbildung zum Mantrailing-Team ist ein gemeinsamer Weg mit vielen kleinen Einzelzielen, der bei jedem Team etwas anders verläuft. Die Bedürfnisse von Hund und Mensch müssen dabei immer an erster Stelle stehen!

Ich danke:

Meinem Mann für die Unterstüzung all die Jahre und den Mut den er mir immer wieder zuspricht!

Meinen Mantrailing-Freunden, die sich für alle Übungen, die ich während der Ausbildungszeit ausprobiert habe, bereitwillig zur Verfügung gestellt haben.

Bernd, der uns ein so schönes Markenzeichen entworfen hat!

Saskia, die mich damals überredet hat weiter zu machen und Groovy nie aufgegeben hat.

Meiner ersten und besten Hundetrainerin Martina, die den Grundstein für mein Verständnis von gutem Training mit Hunden gelegt hat, und uns besonders in schwierigen Zeiten immer mit Rat und Tat zur Seite stand und noch steht.

Marcel Maierhofer, der von Anfang an, an mich geglaubt hat, mir die Chance zur Ausbildung gegeben hat und auch weiterhin mit den regelmäßigen Trainerworkshops für mein Weiterkommen sorgt.

Ursula Maierhofer, für den ein oder anderen notwendigen Schubs ins kalte Wasser, in der Ausbildung meiner eigenen Hunde.

Meiner Mutter und Züchterin unserer Irish Terrier-Bande dafür, dass sie mich schon von Kindesbeinen an, mit Hunden aufwachsen lassen hat und uns unsere Familienmitglieder mit der Supernase anvertraut hat.

Und am allermeisten meinem ersten Irish Terrier Rüden Groovy, der leider nur 9 Jahre werden durfte! Hätte ich damals nur annähernd verstanden, wie furchtbar der Druck für dich war, unter dem du teilweise gestanden hast…Kein Hund und kein Hundeführer sollte so etwas jemals erleben müssen! Das ist meine Motivation!!!

Groovy ich werde dich immer lieben!

Steffi